Es geht auch anders…
geschrieben am 3. April 2006 von dobschat, kategorie(n): Politik, urheberrecht, tags: Politik, urheberrecht, zeuchWer jetzt geglaubt hat, dass ich nicht weiter frage, der hat sich getäuscht
Mit einem Mitarbeiter des Abgeordneten Ortwin Runde hatte ich ein vernünftiges Gespräch. Er schilderte mir eben die Situation in der man sich als Mitarbeiter eines MdB befindet durchaus nachvollziehbar, konnte mir aber auch nicht alle Fragen beantworten. Er stimmte mir aber zumindest zu, dass die Formulierung “Nutzen Sie bitte stattdessen die legalen Download-Möglichkeiten” durchaus unglücklich gewählt ist. Auch ist er sich durchaus bewusst, dass der Eindruck, den so ein Standardbrief hinterlässt nicht wirklich der Beste ist, er bat aber um Verständnis dafür, dass es beim besten Willen nicht möglich ist immer individuell zu antworten, sobald eMail-Kampagnen die Mailpostfächer der MdBs überschwemmen und es immer passieren kann, dass da eben auch individuelle Anfragen mit einem Standardschreiben beantwortet werden.
Zumindest habe ich nun den nächsten Hop erreicht
Herr Runde bzw. seine Mitarbeiter haben das Schreiben aus der Arbeitsgruppe Recht der SPD-Fraktion, ich habe da jetzt auch die Nummer einer zuständigen Mitarbeiterin, die aber im Moment wegen eines Termins nicht erreichbar ist. Na dann rufe ich eben später an
Mal schauen, ob ich am Ende Antworten habe auf folgende Fragen:
- Wer hat diesen Standardbrief formuliert?
- Wer muss angeschrieben werden, damit sich jemand ernsthaft mit der Anfrage auseinandersetzt?
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Das deckt sich in etwa mit der Antwort, die erhielt, als ich das Büro von Herrn Herrmann anrief:
http://www.agitpopblog.org/2006/04/urheberrechtsnovelle-iii-bungen-in.html
Danke für die Inspiration und weiter am Ball bleiben.
Traurig, eMails werden also nicht wirklich ernst genommen, nach dem Motto: wer nicht bereit ist 55 Cent für ein Schreiben an seinen Abgeordneten zu investieren, der hat es nicht verdient ernst genommen zu werden? Oder wie soll man das sonst verstehen…
Ich schätze, da schwingt immer noch sehr stark der Glauben mit, dass man keine wichtigen Angelegenheiten per E-Mail regeln kann, und dass man durch das Internet schneller und eher gewillt ist Formmails an den Bundestag zu verschicken.
Ist nur schade, wenn die E-Mails dann nicht einmal mehr geskimmt werden, sondern man sofort nach Betreff sortiert.
Und verantwortlich ist auch keiner für diese Standardantwort. Inzwischen bin ich beim Bundesministerium für Justiz angekommen, bisher habe ich aber nur erfahren, dass dieser Formbrief durchaus aus dem Bundesministerium stammen könnte, aber es sei ja Sache der Abgeordneten, was sie verschicken und daher soll man doch mit denen sprechen…