“Ich darf Ihnen nicht sagen, wer das geschrieben hat”

geschrieben am 3. April 2006 von , kategorie(n): Politik, urheberrecht, tags: , ,

Wie zu erwarten wurde mir bei einem Anruf im Büro von Frau Hübinger nicht gesagt, wer den Standardbrief geschrieben hat. Zuerst war es ein fraktionsinternes Schreiben, auf meinen Einwand, dass ja Herr Runde nicht zur CDU/CSU-Fraktion gehört wurde es ein koalitionsinternes Schreiben. Aber wer dieses Schreiben wirklich geschrieben hat darf man mir nicht sagen. Spannend.
Ach und wenn man eine Stellungnahme auf die Fragen will, solle man sich doch an den entsprechenden Ausschuss oder die zuständigen Abgeordneten wenden – da bekommt man vielleicht eine Antwort auf die Fragen. Aber von dem Abgeordneten seines Wahlkreises kann man nicht verlangen, sich mit allen Fragen der Wähler des eigenen Wahlkreises auseinanderzusetzen – schließlich haben die Abgeordneten ihre Arbeitsgebiete. Im übrigen wäre meine Anfrage ja schließlich auch nur eine Standardmail gewesen (war sie nicht, aber egal). Und die Aufforderung “stattdessen legale Download-Möglichkeiten” zu nutzen bedeute natürlich nicht, dass man unterstellen würde illegale Download-Möglichkeiten zu nutzen, es wäre nur eine Aufforderung eben “stattdessen legale Download-Möglichkeiten” zu nutzen. Äh klar…
Und Frau Hübinger habe natürlich eine eigene Meinung, sie stünde ja schließlich in dem Standardbrief. Und noch was: dass das System von Steuergeldern finanziert wird und die Abgeordneten doch eigentlich für die Bürger da sein sollten wurde mit einem “Sie leben in diesem System von den Steuern ja auch ganz gut” beantwortet, ergänzt um ein “das System, das von den Steuergeldern finanziert wird”. Macht es aber auch nicht besser…

Ich habe das Gespräch dann beendet, sonst hätte ich irgendwann noch was gesagt, was man einfach nicht sagt. Die herablassende und arrogante Art und Weise, mit der meine Fragen nicht beantwortet wurden war einfach zu heftig – ich habe ja nicht wirklich erwartet, dass meine Frage beantwortet wird, aber zumindest hätte man sich die Mühe machen können, so zu tun, als wäre man als Wähler jemand, der ernst genommen wird…


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