Das Thema “Bloggen für Geld” wird immer noch heftig diskutiert. DonAlphonso mit der JAM-Aktion von Trigami auseinander gesetzt. Auftrag für die Blogger war es, etwas über JAM Schweiz zu schreiben, die sich selbst als “ein junges, innovatives Hilfswerk” beschreibt. DonAlphonso hat sich nun mit den Hintergründen beschäftigt, die man durchaus als fragwürdig bezeichnen kann. Und unabhängig von den Hintergründen hat er natürlich recht damit, dass “die Alarmglocken schrillen [müssten], wenn eine angebliche Hilfsorganisation für Hungernde in Afrika bereit ist, 20 angefragten Bloggern für einen bezahlten Eintrag jeweils 10 Franken ihrer Spendengelder zu geben.
Ein ganz anderes Problem an der Sache: wie soll man – ohne selbst mit denen nach Afrika gefahren zu sein – deren Arbeit beurteilen können? Nur mit den Informationen auf deren Seite? Komische Idee. Ist ähnlich wie bei der Medion-Aktion: da sollte man über ein Produkt schreiben, das man gar nicht testen konnte, nur aufgrund der Informationen auf der Webseite. Und ganz ehrlich: ich denke, dass ohne Aussicht auf Geld wahrscheinlich kaum jemand über JAM oder das Navigationsgerät geschrieben hätte.
Da wird es für mich komisch. Ich habe kein Problem damit, wenn man – auch bezahlt – ein Produkt testet und darüber bloggt, so lange man dabei auch offen kommuniziert, wie die Hintergründe aussehen. So was wie Roberts MacBook Pro Test (auch wenn der Test inhaltlich ziemlicher Mist ist – ein Mac ist eben keine DOSe, aber egal) oder auch die Sony-PS3-Aktion. Es wurde jedem klar gesagt, was Sache ist bei diesen Beiträgen und welche Gegenleistung man dafür bekommen hat (René hat bei Trackback sogar gesagt, wie viel Geld genau er bekommen hat) und vor allem: es ging um echte Produkttests. Robert hatte das MacBook zum Testen, René, MC Winkel und Nilzenburger sassen wirklich an der PS3, es wurden nicht einfach nur Informationen irgendeiner Webseite abgeschrieben. Es ging um reale und eigene Erlebnisse und Erfahrungen der Blogger. Ja, es war in der einen oder anderen Form bezahlt: Robert hätte wohl kein MacBook getestet, wenn er es nicht bekommen hätte und René, MC Winkel und Nilzenburger hätten wohl eher nicht auf eigene Kosten eine mehrtägige Zocker-Party auf einem Hausboot veranstaltet. Ich habe damit kein Problem. Wer es anders sieht und auch das nicht in Blogs sehen will: kein Problem, die Entscheidung steht ja jedem frei, solche Blogs nicht mehr zu lesen oder auch solche Aktionen zu kritisieren (so lange man nicht anfängt sich gleich gegenseitig persönlich zu beleidigen, aber das ist ein anderes Thema). Meinungen sind was tolles, je mehr es davon gibt, desto besser (und das meine ich absolut ernst und nicht ironisch).
Aber für mich persönlich ist da die Grenze: wenn jemand anfängt über etwas zu schreiben, was er (oder sie) gar nicht beurteilen kann, nur irgendwelche Produktinfos abzuschreiben, weil es vielleicht den einen oder anderen Euro dafür gibt, dann ist das für mich persönlich nicht mehr in Ordnung – von Schleichwerbung in jeder Form mal abgesehen. Werbung muss nun mal getrennt werden und wenn für einen Blogeintrag bezahlt wird, dann muss das auch dem Leser klar gesagt werden. Aber auch das ist ein eigenes Thema…

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