Juli 31, 2010
Ganz amüsant ist das Streitgespräch zwischen Ilse Aigner und Sascha Lobo bei Spiegel Online. Bringt es neuen Erkenntnisse? Nö, aber die Bestätigung dafür, dass die Politik das Thema Internet schlicht und ergreifend verpennt hat bzw. für unwichtig hielt:
Lobo: Natürlich muss der Staat Rahmenbedingungen schaffen, zum Beispiel dagegen, wie Verbraucher bei den nur scheinbar kostenlosen Abonnements im Internet geneppt werden.
Aigner: Genau das tun wir. Sollte bis zum Herbst eine Lösung auf EU-Ebene nicht erkennbar sein, streben wir eine nationale Regelung an.
Lobo: Wie bitte? Das Thema ist seit zehn Jahren in aller Munde.
Aigner: Unsinn. Viele Internetkonzerne von heute waren bis vor wenigen Jahren kleine Klitschen. Erst mit dem Internetboom kamen Probleme, die wir nun am besten auf europäischer Ebene lösen. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Politiker müssen Mehrheiten organisieren, und das ist in der analogen Welt weit schwieriger als in irgendwelchen Internetforen.
Wie soll man das nun verstehen Frau Aigner? Betrug im Netz wurde für die Politik erst interessant, als aus kleinen Klitschen große Konzerne wurden, die genug Geld haben Lobbyisten zu bezahlen, die dann den Politikern erklären, dass es da so ein Internetdingens gibt? Oder wie? Oder war es egal, so lange auf die Art und Weise nur so komische Sonderlinge die Opfer waren, die sowieso sozial gestört sind, den ganzen Tag nur am Rechner sitzen und nie wählen gehen? Und erst mit dem Boom und nachdem plötzlich “normale Menschen”, die auch wählen gehen, Opfer solcher Machenschaften wurden, hat sich die Politik dafür interessiert?
Juli 20, 2010
Seit Tagen frage ich mich, ob beim BdK manche Drogen für den Eigenkonsum beschlagnahmen. Anders kann man es sich – soweit man noch an das Gute im Menschen glauben möchte und sich weigert an böse Absicht zu denken – solche Vorschläge doch nicht mehr erklären. Okay, Dummheit wäre auch eine mögliche Ursache für solchen Quatsch. “Verkehrsregeln” für’s Internet sind das eine, aber eine staatliche Registrierung der Nutzer, die Berechtigung auf privaten Rechnern Schadsoftware zu entfernen und ein “Not-Aus-Knopf” für das “deutsche Internet”… ja nee, ist klar. Und einen Angriff auf Netzwerke mit einem Atomangriff zu vergleichen… ähh wie bitte?
Schön für den BdK: Es gibt schon mal Vorschläge für eine schöne Kampagne zu den Forderungen:
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März 12, 2010
Immer dann, wenn sich der Herr Keese, “Cheflobbyist” der Axel Springer AG, oder einer seiner Kollegen und Vorgesetzten zum Thema “Leistungsschutzrecht für Verleger” äußern, drängt sich mir die Frage auf, ob die alle anderen für bescheuert halten oder ob sie selbst bescheuert sind. Da stellt sich der Herr Keese hin und erklärt zum Thema Journalismus im Internet: “Das ist kein gutes Geschäft. Man kann mit Journalismus im Internet derzeit nicht verdienen.”
So, was macht nun ein Unternehmer, der merkt, dass sein Geschäft nicht (mehr) funktioniert? Er entwickelt es weiter, damit es (wieder) funktioniert oder er lässt es einfach bleiben. Ja, einfach bleiben lassen. Wenn das Internet so böse zu den Verlegern ist, warum lassen sie es dann nicht bleiben? Oder steigen von mir aus auf Paid-Content um. Aber das ist ja zu gewöhnlich, das könnte ja jeder. Nein, man schreit nach neuen gesetzlichen Regelungen und wieder neuen Gebühren und Abgaben. Aber die Begründung ist wirklich herrlich, warum für gewerblich genutzte Rechner gezahlt werden soll:
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März 8, 2010
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Dezember 11, 2009
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- POLITBLOGGER » Der ‘Experte’ oder: Steinbachs Enkel – Das ist der entscheidende Vorteil als Berufspolitiker: in anderen Berufen muss man – fast immer – Ahnung von seinem Job haben…
- Internetrecht: Es ist nicht alles Schwachsinn, aber doch fast – 21 Fakten über Disclaimer » t3n News – Sollte jeder lesen, der sich überlegt einen Disclaimer welcher Art auch immer wohin auch immer zu kleben. Danke.
- Netz-Strategie: Google will die Weltherrschaft – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Netzwelt – "Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun." – Wenn das wirklich die Überzeugung des Google-Chefs Eric Schmidt ist, dann sollte ich die Nutzung von verschiedenen Google-Dienste noch mal intensiv überdenken.
- Microsoft Deutschland macht sich stark für Internetsperren – Golem.de – Hm, hat der Chef von Microsoft Deutschland vor irgendwann mal Familienminister zu werden? Die passenden sinnfreien Phrasen hat er schon drauf, von wegen "Symbol" und "rechtsfreier Raum".
- Filesharing: Der Kampf gegen illegale Downloads bedroht die Informationsgesellschaft | Digital | ZEIT ONLINE – Lesen! Sollte vor allem jeder MdB lesen…
- Werbung nur bei älteren Beiträgen anzeigen » Werbung, Stammleser, Artikel, Beiträge, Website, Suchmaschinen » michaeloeser – Klar, da gibt es Plugins für – aber es muss ja nicht immer gleich ein PlugIn sein…