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Fuck Wirtschaftskrise!

Ein Fotowettbewerb unter dem Motto “Fuck Wirtschaftskrise – warum wir trotzdem glücklich sind” ist mal etwas Abwechslung zur ganzen Krisen- und Schweinegrippenpanik. Man kann mit einem eigenen Foto teilnehmen oder sich einfach nur an der Abstimmung über die besten Fotos beteiligen – oder sich einfach nur die teilweise wirklich witzigen und guten Bilder anschauen. Mein persönlicher Favorit ist ja dieses Katzenfoto – wundert mich, dass es nicht auf dem ersten Platz der Abstimmung ist. Hey, es ist eine kleine, süsse Katze!

Die Einschläge kommen langsam näher

Langsam ist es beängstigend, der Drang sich fortzupflanzen ist in unserem Bekanntenkreis ungebrochen – einige haben ihre Gene jetzt schon zum zweiten Mal vermischt. Und immer wieder die Frage: “Und wann ist es bei euch so weit?” Auch auf die Gefahr hin, dass es uns eh keiner glaubt: nicht in diesem Leben. 

Ich wäre ja wieder für Katzen (Andrea hat in ihrem frischen Pro-Account bei Flickr auch Fotos von Sissi & Krümel reingeschubst), wenn da nicht Andreas Allergie wäre. Und diese haarlosen Katzen sind einfach hässlich.

Krümel, 19.09.2007

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Es war als hätte gestern Abend jemand einen Schalter umgelegt, Krümel wurde schlapper, hatte zeitweise Probleme beim Atmen. Es wurde schlimmer und heute Mittag war klar: sie wird sich nicht mehr erholen. Sie hatte Flüssigkeit in der Lunge und wäre innerhalb kurzer Zeit ganz elendig erstickt. Ein blödes Gefühl war es trotzdem, beim Tierarzt anzurufen. Kurz bevor die Tierärztin hier war verschlechterte sich Krümels Zustand noch rapide, sie hatte Aussetzer bei der Atmung und bekam immer schlechter Luft. Das war der sichtbare Beweis dafür, dass unsere Entscheidung richtig war – besser fühlen wir uns deswegen aber trotzdem nicht.

Ignoranz

Krümel ignoriert nicht nur tierärztliche Prognosen, auch ihre Appetitlosigkeit hat sie die letzten zwei Tage einfach mal ignoriert und reingehauen wie früher. Was sie auch ignoriert: der Tumor zeichnet sich inzwischen auch sichtbar nach aussen ab. Sieht seltsam aus – aber Schmerzen hat sie keine. Im Gegenteil, ihr geht es in den letzten Tage immer besser, es wird wieder gesprungen und jede Menge unschuldige Insekten werden von ihr erbarmungslos gemeuchelt. Irgendwie kann ich aber den Gedanken nicht ignorieren, dass es sich bei dieser Besserung doch nur um ein letztes Aufbäumen handeln könnte… oder der Tumor hat sich einfach “verschoben”, drückt eben jetzt nach aussen statt auf den Magen. Was weiss ich, ich sollte einfach versuchen nicht mehr darüber nachzudenken, wie es morgen aussieht und mich einfach freuen, dass es im Moment so ist wie es ist.

Prognosen? Pfff…

Krümel scheint sich einen Dreck um tierärztliche Prognosen zu scheren. Sie hat zwar etwas abgenommen und ist auch etwas weniger aktiv – es wird nicht mehr jede Fliege gejagt, nur noch jede zweite – aber ansonsten ist nichts zu merken davon, dass sie todkrank ist. Und sie geniesst es ganz offensichtlich, im Mittelpunkt zu stehen und ständig umsorgt zu werden.

Vielleicht ist es nur die Hitze…

Möglich, dass es nur die Hitze heute ist – oder es wird Zeit… Heute hat Krümel gar nichts gefressen und lag auch nur den ganzen Tag irgendwo rum. Noch nicht richtig apathisch – aber lebhaft ist was ganz anderes. Getrunken hat sie reichlich – aber kein Stück gefressen, nicht mal ihr Lieblingsknabberzeug. Nicht schön…
Und ich muss jetzt endlich ins Bett, um 4 Uhr aufstehen. Wartungsarbeiten morgens früh um fünf machen echt keinen Spass, aber das gehört bei der Serveradministration nun mal dazu…

Mal ein paar gute Nachrichten

Krümel geht es noch recht gut, viel frisst sie nicht, aber sie frisst und benimmt sich auch sonst normal. Und vom Tierarzt haben wir auch Feedback bekommen: wenn es soweit ist, dann kommt der Arzt zu uns. Das spart Krümel den Stress mit der Fahrt zur Tierklinik – dabei gerät sie immer in Panik. Und wenn wir sie schon einschläfern müssen, dann soll es am Ende für sie wenigstens ohne zu viel Stress passieren.
Mir geht es auch wieder gut soweit – ein klein wenig Kopfschmerzen noch, aber ich kann den Nacken wieder bewegen und auch länger als 10 Minuten am Rechner sitzen. Ab morgen geht es dann wieder an die Arbeit. Ach ja, einen neuen Schreibtischstuhl habe ich daheim auch. Kein “Chefsessel” mehr, sondern ein normaler Stuhl, also keine breite Rückenlehne. Aber ganz wichtig: Drehkreuz aus Metall. Das war wichtig. Gekostet hätte der Stuhl ein ganzes Stück mehr, als der vorherige. Ja, hätte. Den alten Stuhl habe ich zum hela zurück gebracht und der Chef dort hat sich persönlich drum gekümmert. Er war offenbar erleichtert, dass ich selbst vorbei gekommen bin und nicht einen Anwalt geschickt habe. So hat sich die Sache ohne Ärger geklärt: ich habe einen neuen Stuhl (wie mir gesagt wurde “das Topmodell”), es gab keine Streiterei und fertig. Die nehmen sich den Stuhl genauer vor und suchen nach der Ursache.  Vielleicht werden sie ja fündig.
Und ich habe heute mal angefangen, den eMail-Stau in meinem Posteingang ein wenig abzubauen – wird aber wohl noch bis zum Wochenende dauern, bis ich alles aufgearbeitet habe…

Gott spielen und andere Unannehmlichkeiten

Ein beschissenes Gefühl seit gestern – wir müssen entscheiden, wann Krümel eingeschläfert werden soll. Wann sie anfängt unter dem Tumor zu leiden, wann der Zeitpunkt ist, an dem es besser ist, es ist zu beenden. Ein verdammt beschissenes Gefühl – vor allem weil sie bisher ja noch keine Symptome zeigt. Schwer vorstellbar, dass es so schnell gehen soll.
Auch nicht angenehm sind meine Kopfschmerzen – länger als 5 bis 10 Minuten halte ich es nicht vor dem Rechner aus, dann habe ich das Gefühl, als würde mein Schädel jeden Moment platzen. Selbst lesen und Fernsehen ist zu anstrengend über längere Zeit – und das bei einem Fernsehprogramm, das mit “anspruchslos” eher schmeichelhaft beschrieben ist.
Kommt echt mal wieder alles zusammen…

Kann das Jahr bitte endlich vorbei sein?

Andrea war heute mit Krümel beim Tierarzt. Ich hatte am Bauch einen Knoten entdeckt, der sich fast so angefühlt hat, wie der Tumor im Dezember. Das war kein Tumor, sondern ein alter Nabelbruch, nicht weiter schlimm. Trotzdem ein Ultraschall gemacht und dabei dann zwei Tumore entdeckt: einer davon an der Leber, der auf den Magen drückt und nicht operabel ist. Viele Alternativen gibt es nicht, eigentlich – in Anbetracht ihres Alters – nur eine: Cortison geben, um ihr die letzten Wochen möglichst angenehm und schmerzfrei zu machen und genau beobachten, wie sie sich verändert. Wenn sie also stark abnimmt oder gar nicht mehr frisst (dabei hatte sie gerade wieder angefangen halbwegs normal zu fressen) oder offensichtlich Schmerzen hat…
Ohne Ultraschall hätte es die Tierärztin gar nicht gemerkt, rein äußerlich untersucht ist sie immer noch fit, sogar sehr fit für ihr Alter. Das wird sich aber schnell ändern: aufgrund der Größe des Tumors und dem Tempo, dass der an den Tag gelegt hat bleiben Krümel noch 3 oder 4 Wochen bevor es mit den Auswirkungen so schlimm wird, dass die Symptome nicht mehr behandelt bzw. unterdrückt werden können…
So werden Sissi und Krümel schneller wieder zusammen sein, als wir gedacht hätten.

Andrea hat eine Katze

Katzen und Menschen, Lektion 1: Kein Mensch sucht sich eine Katze aus, es ist immer die Katze, die sich den Menschen aussucht. Immer. Und Krümel hat sich ganz klar Andrea als ihren Menschen ausgesucht. Ich bin da nur zweite Wahl. Inklusive dem morgendlichen Wecken – Futter wird zwar auch von mir genommen, aber geweckt wird nur Andrea. Langsam wird es aber auch wieder Zeit die Schlafzimmertür wieder zu schliessen, nachts kommt Krümel eh nicht ins Bett, sondern eben erst morgens zum Wecken, aber Katzenhaare verliert selbst bei diesen Kurbesuchen genug.
Sissi hatte ja immer die Angewohnheit morgens pünktlich um 7 vor der Schlazimmertür Lärm zu machen. Einmal hatte ich die arme Katze total verwirrt. Nach einer Nachtschicht, bei der ich die Tür zum Arbeitszimmer geschlossen hatte bin ich um kurz vor 7 raus und wollte Andrea wecken und auf dem Flur kam mir gerade Sissi aus dem Wohnzimmer entgegen. Die Katze hat mich total verwirrt angeschaut – es war ihr offensichtlich ein Rätsel, warum ich jetzt aus der falschen Tür raus gekommen bin. Das hatte auch langfristige Folgen, seit dem ist es dann immer wieder passiert, dass sie morgens vor der falschen Tür stand und an der gekratzt hat…