Hallo liebes BKA…
Irgendwie bekommt man den Song nicht mehr aus dem Kopf.
Okay, die Post will also für den Versand einer eMail über ihr neues ePost-System 55 Cent. Verlangen können sie es ja mal, es gibt aber noch viel schwerwiegendere Gründe gegen dieses System als den Preis. Dieses System ist nämlich aufgrund der Nutzungsbedingungen unbenutzbar und zwingt die Nutzer mindestens einmal täglich online zu sein, um das ePost-Postfach zu leeren – na hoffentlich schöpft die Post dann nicht die 5% + X + Y (X sind die unbekannten Wartungszeiten und Y Downtimes, aufgrund externer, durch die DP AG nicht beeinflussbarer Faktoren) Downtime für das System pro Jahr nicht aus. Alleine 5% pro Jahr wären schon 18 Tage und 6 Stunden. Jedes Jahr. Im Zweifelsfall am Stück. Plus Wartungszeiten. Plus externe Faktoren.
Dieses De-Mail-Zeugs ist übrigens auch nicht besser, im Gegenteil, da gibt es gleich noch viel mehr Gründe gegen, wobei einige davon auch auf das ePost-System zutreffen. Grundsätzlich ist die Idee einer rechtsverbindlichen, elektronischen Kommunikation ja nicht schlecht, aber das muss doch auch ohne diese ganze Überwachung und Datensammlung gehen? Zumindest würde es gehen, wenn es denn von der Politik so gewollt wäre…
Da gab es also eine Panne mit “stillen SMS” bei einer Überwachungsaktion: Wenn das Handy heimlich sendet. Passieren solche Pannen eigentlich auch bei wirklich wichtigen Ermittlungen? Oder taugt die Überwachung per “stiller SMS” einfach nicht? Wäre ja nicht die einzige Sorte Überwachung, die nicht das bringt, was versprochen wurde. Videoüberwachung scheint ja auch nicht wirklich so präventiv zu wirken…
Oder können die in Hamburg einfach nicht richtig überwachen?
Am 16. Oktober 2009 bei delicious gespeicherte Links:
Da kommt ein Brief vom Finanzamt an “Andrea Jaeckel”, sie hätte ihre Einkommenssteuererklärung nicht abgegeben. Hä? Klar hat sie bzw. hat sie vom Steuerberater machen lassen. Was ergab die Nachforschung? Nun, das Finanzamt hat irgendwie ihre Namensänderung verbummelt. Wozu gibt es eigentlich Steuernummern und diese eindeutigen IDs? Kopf -> Tischplatte…
So gesehen müssen wir uns vielleicht doch gar keine Sorgen vor einem Überwachungsstaat machen? Wenn die nicht mal die Infos auf die Reihe bekommen, die sie von uns freiwillig bekommen?
(YouTube-DirektRettung, via netzpolitik.org)
Mehr zu dem Video und dem Projekt gibt es natürlich im Netz: rettedeinefreiheit.de.
Man kann der CDU sicher vieles vorwerfen, aber zumindest beim Bespitzeln sind sie konsequent: nicht nur die Bevölkerung wollen sie rund um die Uhr und überall überwachen, sie fangen schon mal an, den Mailverkehr der eigenen Leute zu überwachen. Ist ja alles nicht so schlimm: eMails sind ja wie Postkarten…
Jaja, das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein und auch nicht werden, ist klar, haben wir inzwischen viel zu oft gehört und gelesen und obwohl es einfach nicht stimmt, es wird ständig wiederholt. Jetzt wird angeblich schon über einen “Internet-Ausweis” nachgedacht, mit dem nicht nur die Nutzer identifiziert werden sollen, sondern auch ihre Wege im Netz nachverfolgt werden können. Beleidigung in einem Forum? Ein Blick ins “Deutsche Internetnutzungsverzeichnis” und schon hat man den Übeltäter. Download eines Songs aus einer Tauschbörse? Einmal die IP-Adresse des Übeltäters abgleichen und schon sitzt der böse Bursche im Knast. Anonymer Blogger, die sich womöglich für böse Sachen interessieren? Kein Problem mehr. Auch der Joint, der da am Rande eines Fotos bei $beliebiges_soziales_Netzwerk zu sehen ist – überhaupt kein Problem, dank dem “Deutschen Internet-Ausweis” hat man sofort den Uploader und der wird schon damit raus rücken, wer da auf der Party gekifft hat – womöglich hat der Uploader ja selber ein bisschen was daheim für seine Feierabend-Tüte. Ha, erwischt.
Trailer zur Demo am 12.09.2009.
Freiheit statt Angst – der Trailer from Alexander Svensson on Vimeo.
Der Wolfgang hat einen ganz schweren Job: er muss für unsere Sicherheit sorgen. Und das ist schwer, denn für die größte Gefahr für unsere Sicherheit scheint Wolfgang uns zu halten, also uns alle hier in diesem Land. Und wir machen es Wolfgang bisher auch wirklich nicht leichter mit seinem Job. Kaum kommt er mit einem neuen Vorschlag um die Ecke, da fangen wir auch schon an zu maulen und zu schimpfen, dass der Vorschlag ja nix tauge und Wolfgang doch nur in unserem Leben rumschnüffeln wolle.
Ja, der Wolfgang hat wirklich einen schweren Job, man könnte fast Mitleid mit ihm haben. Aber Mitleid hilft Wolfgang nicht weiter: weder kann er sich davon was kaufen und bei seinem Ziel für unsere Sicherheit zu sorgen kommt er damit gleich gar nicht weiter. Also sollten wir ihm doch helfen bei seiner schweren Aufgabe. Wolfgang kann ja nicht überall gleichzeitig sein und aufpassen, nicht mal seine Polizisten und Verfassungsschützer können das, also sollten wir für ihn Augen und Ohren offen halten und ihn umgehend informieren, wenn uns etwas komisch erscheint! Aber nicht nur dann, auch wenn alles okay ist: informiert Wolfgang. Dann weiss er nämlich, wo gerade nichts relevantes passiert, was er überwachen lassen muss und so kann er seine Überwacher viel effektiver einsetzen. Wäre ja doof, wenn auf Deiner nächsten Radtour die ganze Zeit ein verdeckter Ermittler hinterher fährt, der doch stattdessen viel besser mal ein Auge auf Deinen Nachbarn haben sollte, schließlich studiert der Chemie und weiss sicher auch, wei man Sprengstoff mischt. Also helft Wolfgang, informiert ihn!
Vielleicht solltet Ihr Wolfgang aber auch erstmal fragen, wie genau Ihr Euren Job als Bürger-Polizist (das ist so richtig schön Web 2.0 – hier der Bürger-Journalist, dort der Bürger-Polizist) am besten macht. Wichtig ist nur, dass Wolfgang ganz viel Post bekommt und er sieht, dass wir alle ihm helfen wollen seinen Job zu machen und dass er gar keine Angst vor uns zu haben braucht – wir tun doch nix (und korrupt will nur ficken).